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Wirksam & Unverzichtbar Zur Standard-Ansicht

Wirksam & Unverzichtbar

Die Offene Kinder- und Jugendarbeit

Junge Menschen brauchen Orte, die ihnen gehören. Orte, an denen sie nicht funktionieren müssen, sondern sich ausprobieren können.

Orte, an denen sie ernst genommen werden, Verantwortung übernehmen und Gemeinschaft erleben. Diese Orte gibt es durch die Offene Kinder- und Jugendarbeit.

Hier wird Beteiligung nicht erklärt, sondern gelebt. Hier entstehen tragfähige Beziehungen. Hier erleben junge Menschen Selbstwirksamkeit und Selbstvertrauen.

Aber diese Orte sind bedroht.

Offene Kinder- und Jugendarbeit (OKJA) ist ein wesentliches Element der Jugendförderung und als gesetzlich verankerte Pflichtaufgabe der Kinder- und Jugendhilfe von den Kommunen sicherzustellen. Ihre Angebote gehen konsequent von den Interessen und Bedürfnissen junger Menschen aus – und werden von ihnen aktiv mitgestaltet und mitentschieden. Das Jugendzentrum ist dabei mehr als ein Gebäude. Es ist ein sozialer Knotenpunkt, ein Lernort für Demokratie und ein Schutz- und Erprobungsraum.

Miteinander entwickeln junge Menschen Perspektiven und Verantwortung für sich und andere. Damit ist das Jugendzentrum ein zentraler Ort in einem lebendigen, empowernden Sozialraum – und eine grundlegende Voraussetzung für eine demokratische Gesellschaft. Wenn diese Orte geschwächt oder umfunktioniert werden, verlieren sie genau diese Funktion. Offene Kinder- und Jugendarbeit darf deshalb nicht zur Lückenfüllerin anderer Systeme werden. Ihre Stärke liegt in ihrem eigenen Profil und Auftrag.

Weder Schule, noch Ganztag noch andere sozialpädagogische Angebote können diese wertvolle Arbeit ersetzen.

OKJA! Gut für heute. Wichtig für morgen.

OKJA ist mehr als ein freiwilliges Angebot – sie gehört zu den gesetzlichen Pflichtaufgaben der Kinder- und Jugendhilfe. Sie stellt sicher, dass junge Menschen Räume haben, in denen sie sich frei entfalten, mitgestalten und Unterstützung finden können.

Die Investition in OKJA wirkt weit über den Moment hinaus: Hier lernen Kinder und Jugendliche wichtige Fähigkeiten fürs Leben – Selbstbewusstsein, Teamfähigkeit, Konfliktlösung und Verantwortungsbewusstsein. Sie erfahren, dass ihre Meinung zählt und sie ihre Umgebung aktiv mitgestalten können. Das stärkt nicht nur den einzelnen Menschen, sondern fördert auch gesellschaftlichen Zusammenhalt und demokratische Teilhabe.

Gleichzeitig wirkt OKJA präventiv: Sie hilft, Probleme frühzeitig aufzufangen, bevor sie größer werden – sei es soziale Ausgrenzung, Perspektivlosigkeit oder Konflikte. Das spart langfristig Kosten und schafft bessere Chancen für alle.

Wer heute in OKJA investiert, legt damit den Grundstein für eine starke, gerechte und zukunftsfähige Gesellschaft von morgen.

Was OKJA bewirkt

Beziehung zur Fachkraft

Was wir geben

  • Verlässliche pädagogische Beziehung und Zuwendung unabhängig vom Einkommen oder sozialen Status der Familie
  • Zeit, Zuwendung und Anerkennung – ohne Vorbedingungen
  • Unterstützung in Krisen im Alltag
  • Kooperation und Austausch mit Familien auf Augenhöhe

Was sich bei jungen Menschen verändern kann

  • Junge Menschen machen Bindungserfahrungen
  • Sie entwickeln Vertrauen in sich und andere
  • Sie trauen sich, Hilfe anzunehmen und eigene Themen zu benennen
  • Sie gehen selbstbewusster mit Herausforderungen um

Was alle gewinnen

  • Krisen werden früh aufgefangen, bevor sie eskalieren
  • Stabilere Bildungs- und Lebenswege junger Menschen
  • Entlastung für Schule und Jugendhilfe
  • Familien erhalten eine verlässliche Kooperationspartner*innen in der Erziehung
  • Junge Menschen aus einkommensbenachteiligten Familien erhalten dieselbe Aufmerksamkeit und Förderung wie alle anderen

Was wir brauchen, um wirksam zu sein

  • Ein Fachkräfteprinzip und ausreichend Studienmöglichkeiten für Fachkräfte
  • Gutes Onboarding für neue Mitarbeitende
  • Träger, die auch berufliche Weiterentwicklung ermöglichen, zum Beispiel Coaching, Supervision und Fortbildung
  • Guter Personalschlüssel / ausreichend Fachkräfte pro Einrichtung
  • Geringe Fluktuation, damit Beziehungskontinuität möglich ist

Was wir noch erreichen wollen: Jeder junge Mensch im Sozialraum hat eine erwachsene Vertrauensperson.

O-Ton: Beziehung zur Fachkraft

0:50

Transkript folgt

Studie/Stellungnahme: Position Fachkräfte

Peerbeziehung und Aushandlung

Was wir geben

  • Räume für Begegnung, in denen Gruppenprozesse ermöglicht werden
  • Einen Ort, an dem Herkunft, Kleidung oder Geld keine Eintrittskarte sind
  • Moderation und Begleitung von Konflikten
  • Geschützten Rahmen, in dem Konflikte ohne dauerhafte Konsequenzen ausprobiert werden können
  • Beteiligung und Aushandlungsprozesse ermöglichen

Was sich bei jungen Menschen verändern kann

  • Jungen Menschen wird Perspektivwechsel ermöglicht
  • Sie erleben Zugehörigkeit unabhängig von finanziellen Möglichkeiten
  • Sie lernen ihre eigenen Positionen zu vertreten und Kompromisse einzugehen
  • Sie werden gesehen und ihre Meinung gehört, dadurch fühlen sie sich zugehörig
  • Sie lernen den Umgang mit Vielfalt und unterschiedlichen Lebenswelten, Herkünften und Meinungen
  • Sie lernen, wie demokratische Aushandlungsprozesse und Mitbestimmung funktionieren

Was alle gewinnen

  • Mehr soziale Verständigung wird möglich
  • Ausgrenzung wird abgebaut
  • Demokratische Prozesse werden gelebt und dadurch abgesichert

Was wir brauchen, um wirksam zu sein

  • Offenheit und räumliche Beweglichkeit ohne durchgetaktete Lernlogiken
  • Unverzweckte Zeit
  • Räume, die bewusst für informelle Begegnung und Gruppenprozesse gestaltet sind
  • Fachkräfte mit Kompetenzen in Konfliktmoderation und Beteiligungsmethoden

Was wir noch erreichen wollen: Jeder junge Mensch im Sozialraum kann Aushandlung, Kompromiss und Zugehörigkeit in der Gruppe in seiner*ihrer Freizeit erleben.

O-Ton: Peerbeziehung und Aushandlung

0:29

Transkript folgt

Kreative Angebote und Entlastung

Was wir geben

  • Die Möglichkeit sich und Neues auszuprobieren in Musik, Tanz, Medien, Spiel, Sport, Werkstatt, Kochen und weiteren kreativen Ausdrucksmöglichkeiten.
  • Kostenfreie oder kostengünstige Angebote ohne Voraussetzung von eigenem Equipment oder Vorwissen
  • Offene Formate, die auch eine spontane Teilnahme ermöglichen
  • Lebensweltbezug zu Themen und Trends junger Menschen

Was sich bei jungen Menschen verändern kann

  • Junge Menschen lernen neue Formate und Möglichkeiten sich auszudrücken
  • Sie entdecken eigene Interessen und Talente, die über die OKJA hinaus wirken
  • Sie bauen Stress ab
  • Sie machen Selbstwirksamkeitserfahrungen
  • Sie entwickeln einen reflektierten und selbstbestimmten Umgang mit digitalen Medien

Was alle gewinnen

  • Gesundheit wird gefördert
  • Niedrigschwellige Teilhabe und kulturelle Vielfalt wird ermöglicht – unabhängig vom Geldbeutel der Eltern
  • Digitale Teilhabe wird unabhängig vom Elternhaus ermöglicht
  • Kultur- und Sportvereine gewinnen Nachwuchs, lokale kulturelle Strukturen werden gestärkt
  • Familiensysteme werden entlastet

Was wir brauchen, um wirksam zu sein

  • Kooperationen mit Kultur-, Sport- und Medieneinrichtungen
  • Vielfalt an Fachkräften mit unterschiedlichen kreativen/methodischen Kompetenzen
  • Ausreichend finanzielle Ressourcen für Materialien und ggf. Kursleitungen
  • Adäquate verlässlich zur Verfügung stehende Räumlichkeiten
  • Anerkennung der kreativen Selbstbildung als Bildungsziel

Was wir noch erreichen wollen: Jeder junge Mensch im Sozialraum hat den Zugang zu kreativen Ausdrucksmöglichkeiten.

O-Ton: Kreative Angebote und Entlastung

0:26

Transkript folgt

Jugendarbeit als eigener Raum

Was wir geben

  • Das Jugendzentrum als Treffpunkt und Schutzraum -exklusiv für junge Menschen
  • Frei nutzbare Räume, die zur Selbstaneignung einladen
  • Einen Ort, der unabhängig von Geschlecht, Behinderung, sozialer oder kultureller Herkunft zugänglich ist
  • Verlässliche Strukturen
  • Einen Ort, an dem man sich aufhalten darf, ohne etwas kaufen oder konsumieren zu müssen

Was sich bei jungen Menschen verändern kann

  • Der Raum bietet ein Zuhause-Gefühl mit Wärme und Gemeinschaft, das Einsamkeit vorbeugt.
  • Junge Menschen erfahren Zugehörigkeit und ein Gefühl von „Das ist mein Raum“
  • Sie erhalten Orientierung, Sicherheit und Schutz
  • Sie erleben sich als selbstbewusst und selbstwirksam, weil sie den Raum mitgestalten und selbst bestimmen können.
  • Sie erhalten einen Ort, an dem sie „einfach sein dürfen, wie sie sind“ – das stabilisiert die Persönlichkeit und stärkt die Resilienz.

Was alle gewinnen

  • Die Jugend erhält einen Platz in öffentlichen Räumen - diese bleiben dadurch jung
  • Quartiere werden lebendig
  • Junge Menschen ohne finanzielle Mittel erhalten einen gleichwertigen Platz im öffentlichen Raum
  • Teilhabe wird räumlich erfahrbar
  • Junge Menschen übernehmen Verantwortung für öffentliches Eigentum und ihren Sozialraum

Was wir brauchen, um wirksam zu sein

  • Langfristige Raum- bzw. Mietsicherheit (keine befristeten Provisorien),(finanzielle) Ressourcen für Träger, deren Räume im eigenen Besitz sind
  • Mitbestimmung junger Menschen bei Gestaltung und Nutzung der Räume
  • Budget für Instandhaltung und Ausstattung
  • Aneignungsfähige und gut ausgestattete Räume

Was wir noch erreichen wollen: Jeder junge Mensch im Sozialraum hat den Zugang zu einem Jugendzentrum.

O-Ton: Jugendarbeit als eigener Raum

0:33

Transkript folgt

Beteiligung und Selbstwirksamkeit

Was wir geben

  • Jugendarbeit ermöglicht echte Entscheidungsspielräume und offene Prozesse
  • Durch Projektverantwortung und unterschiedliche Beteiligungsformate erhalten junge Menschen echte Einflussmöglichkeiten
  • Niedrigschwellige Beteiligungsmöglichkeiten, die keine finanziellen, sprachlichen oder bildungsbezogenen Voraussetzungen verlangen
  • Konkrete Beteiligungsstrukturen wie Jugendräte, Projektbudgets oder Jugendhausparlamente -bis hin zur Beteiligung in Trägervereinen

Was sich bei jungen Menschen verändern kann

  • Junge Menschen machen Selbstwirksamkeitserfahrungen
  • Sie übernehmen Verantwortung und merken, dass sie eine Stimme haben, die gehört wird
  • Sie lernen, wie Beteiligung funktioniert
  • Ihre demokratischen Kompetenzen werden gestärkt

Was alle gewinnen

  • Demokratische Kultur wird erlebbar und politische Bildung im Alltag gestärkt
  • Die Motivation zur Beteiligung in Kommune und Stadtteil steigt
  • Radikalisierung und Extremismus wird vorgebeugt, weil junge Menschen demokratische Teilhabe konkret erleben und umsetzen
  • Demokratische Teilhabe wird nicht zum Privileg von wohlhabenden Familien mit Zugang zur Bildung
  • Kommunen gewinnen engagierten Nachwuchs für Ehrenamt und politische Mitgestaltung.

Was wir brauchen, um wirksam zu sein

  • Beteiligung darf nicht als Methode, sondern als Strukturprinzip gesehen werden
  • OKJA muss dauerhaft finanziell und auskömmlich abgesichert werden
  • Verbindliche, dauerhafte Beteiligungsformate/-gremien statt Einzelprojekte
  • Fachkräfte mit Moderations- und Beteiligungskompetenz
  • Politische Anerkennung und Ernstnehmen von Jugendbeteiligung auf kommunaler Ebene

Was wir noch erreichen wollen: Jeder junge Mensch im Sozialraum konnte sich im Laufe seines*ihres Aufwachsens mehrfach in Mitbestimmungsprozesse einbringen.

O-Ton: Beteiligung und Selbstwirksamkeit

0:26

Transkript folgt

Schutz, Stabilisierung und Übergänge

Was wir geben

  • Fachkräfte sind verlässliche Ansprechpersonen
  • Junge Menschen werden begleitet und erhalten Orientierung
  • Unterstützung in Übergängen unabhängig davon, ob die Familie sich Nachhilfe, Beratung oder andere kostenpflichtige Angebote leisten kann
  • Niedrigschwellige Unterstützung bei Krisen
  • Schutzkonzepte für die Schaffung safer spaces
  • Vernetzung mit anderen Hilfesystemen wie Schulsozialarbeit, Jugendhilfe und Berufsberatung
  • Präventive Angebote gegen Gewalt, Sucht und Ausgrenzung

Was sich bei jungen Menschen verändern kann

  • Junge Menschen werden stabilisiert
  • Sie haben einen sicheren Ort mit erwachsenen Vertrauenspersonen, an die sie sich wenden können
  • Sie erfahren Entlastung und erhalten Orientierung in Übergängen

Was alle gewinnen

  • Frühzeitige Stabilisierung senkt Folgekosten
  • Übergänge z.B. von der Schule in den Beruf gelingen besser
  • Bildungs-, und Hilfesysteme arbeiten anschlussfähiger
  • Bildungs- und Armutsbenachteiligung kann abgefedert werden, bevor sie sich verfestigt

Was wir brauchen, um wirksam zu sein

  • OKJA muss als wichtige Ressource in schwierigen Lebensphasen systematisch anerkannt werden
  • Verlässliche, langfristig angelegte Finanzierung statt kurzfristiger Projektförderung, damit stabile Beziehungen entstehen können
  • Multiprofessionelle Vernetzung mit Schule, Jugendhilfe und Übergangsmanagement
  • Fachkräfte mit Zeit und Handlungsspielraum für Krisenintervention
  • Schutzkonzepte, die verbindlich umgesetzt und regelmäßig weiterentwickelt werden

Was wir noch erreichen wollen: Jeder junge Mensch im Sozialraum hat in kritischen Lebensphasen und Übergängen einen sicheren Anlaufpunkt und eine verlässliche Bezugsperson.

O-Ton: Schutz, Stabilisierung und Übergänge

0:21

Transkript folgt

Unsere Forderungen

Die Offene Kinder- und Jugendarbeit ist eine wertvolle Investition in eine demokratische, gerechte und zukunftsfähige Gesellschaft – und weit mehr als eine bloße Leistung. Damit das so bleibt, braucht es klare politische Entscheidungen:

  • Jugendzentren als zentrale Orte stärken

    Jugendzentren, Jugendhäuser und Offene Türen sind soziale Knotenpunkte im Sozialraum: Lernorte für Demokratie, Schutz- und Erprobungsräume. Diese Orte müssen erhalten, gestärkt und weiterentwickelt werden – statt umgenutzt oder zur Lückenfüllerin anderer Systeme gemacht zu werden.

  • Eigenständigkeit des Arbeitsfeldes schützen

    Die OKJA ist ein eigenständiges Arbeitsfeld der Kinder- und Jugendhilfe – mit eigener Fachlichkeit, eigenen Zielen und Methoden. Sie ist keine Verlängerung von Schule oder Ganztag. Diese Eigenständigkeit muss in Programmen, Erlassen und Förderlogiken klar abgesichert sein.

  • Fachkräfte sichern, Qualität stärken

    Offene Kinder- und Jugendarbeit braucht Fachkräfte. Qualität entsteht durch klare Aufgabenprofile. Dafür braucht es gute Arbeitsbedingungen, verlässliche Stellen und Zeit für Beziehungsarbeit.

  • Kommunal verankern und absichern

    Jugendhilfeausschüsse und kommunale Politik müssen die Bedeutung der OKJA anerkennen und in Beschlüssen, Planungen und Budgets sichtbar absichern.

  • Verlässliche und auskömmliche Finanzierung sichern

    Wirksame OKJA braucht Planungssicherheit: auskömmliche, dynamisierte Förderung statt befristeter Projektlogik – in den Kommunen und beim Land. Der Kinder- und Jugendförderplan NRW muss verlässlich erhalten bleiben.

Wirksam & Unverzichtbar ist kein Slogan. Es ist ein politischer Auftrag.

Was wirkt?

Stimmen aus der Offenen Kinder- und Jugendarbeit

Vielen Besuchenden wird der Wert und die Bedeutung der Offenen Kinder- und Jugendarbeit für ihren Lebensweg erst Jahre später bewusst.

An dieser Stelle erzählen sie über Audiogramme ihre persönlichen Geschichten aus ihrem Jugendzentrum, Jugendhaus oder ihrer Offenen Tür. Sie berichten davon, was sie in der OKJA erlebt haben, welche Menschen sie geprägt haben und welche Erfahrungen sie bis heute begleiten.

AWO Essen Schonnebeck

2:45

Transkript folgt

CARITAS Hillerheide

1:18

Transkript folgt

Saskia

JUTU Ratingen

9:56

Transkript folgt

Aref

JuFo St. Gertrud

0:08

Transkript folgt

Adam

JuFo St. Gertrud

0:05

Transkript folgt

Chantal

JuFo St. Gertrud

1:28

Transkript folgt

Lisa

JuFo St. Gertrud

0:04

Transkript folgt

Maya

JuFo St. Gertrud

0:12

Transkript folgt

Marvin

JuFo St. Gertrud

0:25

Transkript folgt

Nadine

JuFo St. Gertrud

1:24

Transkript folgt

Saskia

JuFo St. Gertrud

0:49

Transkript folgt

Suba

JuFo St. Gertrud

0:25

Transkript folgt

Stimme aus dem JuFo St. Gertrud

JuFo St. Gertrud

0:42

Transkript folgt

Li

KuJa Ratingen

5:01

Transkript folgt

Nina

KuJa Ratingen

2:22

Transkript folgt

Joele

NETTE

8:51

Transkript folgt

Justin

NETTE

9:44

Transkript folgt

Melody

NETTE

4:21

Transkript folgt

Smirnov

NETTE

7:59

Transkript folgt

Yasemin

NETTE

7:02

Transkript folgt

Lass mal was starten!

Du fragst dich vielleicht, wie du zentrale Themen der Offenen Kinder- und Jugendarbeit (OKJA) spielerisch, verständlich und überzeugend vermitteln kannst. Wir haben kreative Aktionen und Veranstaltungsformate rund um die Schwerpunkte Dialog, Beteiligung und Sichtbarkeit für die Öffentlichkeitsarbeit entwickelt, die du zusätzlich zu den verschiedenen Präsentationen nutzen kannst, um Wissen zu teilen und Praxis erlebbar zu machen.

  • Rathaus-Aktion „45 Minuten OKJA"

    Veranstaltung

    Die Veranstaltung findet direkt vor oder im Rathaus statt, idealerweise mit Bildschirm, Sitzgelegenheiten und einer kleinen Aktionsfläche. Gezielte Einladung von Entscheider*innen aus der Kommune.

  • Kommunaler Dialogabend/-morgen/-frühstück

    Veranstaltung

    Politisches Format für Bürgermeister*in, Fraktionen, Verwaltung, Jugendhilfeausschuss und Träger. Ein fachlicher Impuls im Jugendhaus wird mit einem kleinen Rundgang oder einer Kurzpräsentation von Jugendlichen kombiniert.

  • Öffentliche Pop-up-Aktion „OKJA geht raus"

    Veranstaltung

    Verlegen der Einrichtung in den Sozialraum: Fußgängerzone, Marktplatz, Rathausvorplatz, Schulhof oder Stadtteilfest.

  • Tag der Offenen Kinder- und Jugendarbeit (Tag der OKJA)

    Veranstaltung

    Bundesweiter Aktionstag, an dem Einrichtungen ihre Arbeit sichtbar machen. Je nach Möglichkeiten können Mitmachaktionen, Infostände, Bühnenprogramm, Führungen oder Aktionen im öffentlichen Raum angeboten werden.

  • Lange Nacht der OKJA

    Veranstaltung

    Mehrere Einrichtungen öffnen gleichzeitig bis in die Abendstunden und schaffen mit besonderen Angeboten, Musik, Führungen, Ausstellungen oder Aktionen eine besondere Atmosphäre. Die gemeinsame Durchführung erhöht die öffentliche Wahrnehmung und bietet einen Anlass für Presse- und Social-Media-Berichterstattung. Auch möglich als gemeinsame Veranstaltung im öffentlichen Raum, z.B. vor dem Rathaus.

  • Kurzinterview

    Programm

    Gespräch mit Fachkraft, junger Person, Politiker*in etc. zu einem bestimmten Thema.

  • Rundgang durch die Einrichtung

    Programm

    Jugendliche zeigen ihre Einrichtung, welche Orte ihnen wichtig sind, was sie am liebsten machen, wo besondere Dinge entstehen etc.

  • Fotoausstellung

    Programm

    Fotos, die beispielhaften Einblick in den Alltag der OKJA geben – auch im öffentlichen Raum z.B. auf dem Marktplatz an einer Wäscheleine hängend.

  • Videoeinspieler

    Programm

    Audiogramme oder Kurzfilme zeigen (nutzbar sind die Audiogramme der AGOT-NRW Aktionshomepage oder der Film der BAG OKJA).

  • „OKJA in Geschichten"

    Programm

    Storytelling: Menschen erzählen, die selbst eine Vergangenheit in der OKJA haben, wie z.B. „Das ist dank OKJA aus mir geworden…".

  • Moderierte Gesprächsrunde

    Programm

    Austausch zur Zukunft der OKJA anhand von Leitfragen mit jungen Menschen, Fachkräften und weiteren Menschen aus Kommune, Sozialraum etc.

  • Gemeinsames Essen

    Programm

    Ermöglicht den informellen Austausch auch zwischen jungen Menschen und Politik und Verwaltung.

  • Große Spielhäuser aus Pappe

    Mitmachen

    Können bemalt, beklebt und gestaltet werden durch Kinder und Jugendliche z.B. unter dem Motto „Unser Jugendhaus".

  • Necessaires gestalten

    Mitmachen

    Bemalen und gestalten (Necessaire = Beutel zum Aufbewahren wichtiger Dinge – und wichtig = OKJA).

  • Eine Einrichtung aus Bausteinen bauen

    Mitmachen

    Mit einem Bausatz können Kinder und Jugendliche eine Jugendeinrichtung bauen. Diese kann individuell gestaltet werden.

  • Buttons

    Mitmachen

    Messages als vorbereitete Vorlagen zum Bemalen oder Beschriften gestalten.

  • Stoffbeutel gestalten

    Mitmachen

    Stoffbeutel bemalen oder bedrucken mit unterschiedlichen Techniken (Siebdruck, Linoldruck, Kartoffeldruck etc.) mit Statements.

  • T-Shirts bemalen/bedrucken

    Mitmachen

    Kampagnenshirts herstellen / Shirts mit Messages.

  • Gesellschaftspuzzle

    Mitmachen

    Ein riesiges Puzzle aus Pappe. Jedes Puzzleteil steht für einen Bereich: Demokratie, Bildung, Inklusion, Kultur, Ehrenamt, Gesundheit, OKJA. Ein großes Teil heißt: Offene Kinder- und Jugendarbeit. Wird dieses Teil entfernt, bleibt eine sichtbare Lücke.

  • Graffiti-/Schriftbanner

    Mitmachen

    Gemeinsam Banner mit Message gestalten, das zu verschiedenen Gelegenheiten genutzt werden kann.

  • Kreativwerkstatt

    Mitmachen

    Perlen, Sticker, Siebdruck etc.

  • Holzherzen gestalten

    Mitmachen

    Holzherzen mit persönlichen Botschaften oder Werten gestalten.

  • Ausmalbilder zur OKJA-Kampagne

    Mitmachen

    Ausmalbilder zur OKJA-Kampagne „wirksam und unverzichtbar" – zum Download auf der Aktionshomepage der AGOT-NRW.

  • Statement-Wand

    Beteiligung

    Botschaften sammeln, die am Ende der Veranstaltung an die Politik übergeben werden.

  • „Sag's deiner Stadt"

    Beteiligung

    Eine Audio-/Videostation nimmt Botschaften an Politiker*innen auf.

  • Postkarten an die Politik

    Beteiligung

    Wünsche/Botschaften an Politiker*innen formulieren.

  • Fotobox/Fotostation

    Beteiligung

    Fotos von sich machen lassen mit vorbereiteten Statements (z.B. auf Schilder, die hochgehalten werden), die anschließend auf Social Media mit Hashtag gepostet werden können.

  • Kooperationswand

    Beteiligung

    Statements von Unterstützer*innen sichtbar machen: Wer unterstützt OKJA schon heute in der Kommune?

  • Kommunen-Check

    Beteiligung

    Übersichtskarte mit Orten für junge Menschen zur Sichtbarmachung: Was haben wir vor Ort? Was fehlt? Was würde fehlen, wenn OKJA weg wäre?

  • Sofa-, Lounge- und Snackbereich aufbauen

    Beteiligung

    Gemütliche Atmosphäre für Austausch und informelle Gespräche schaffen – auch an ungewöhnlichen Orten im öffentlichen Raum. Zusätzliche Botschaft „OKJA als zweites Zuhause" zum Wohlfühlen.

  • Schätzspiel

    Beteiligung

    Z.B. im öffentlichen Raum: Passant*innen schätzen Zahlen rund um die OKJA.

  • Glücksrad

    Beteiligung

    Fragen zur OKJA im öffentlichen Raum spielerisch vermitteln mit kleinen Gewinnen.

  • Kickerturnier

    Spiel

    Niedrigschwelliges Mitmachangebot, auch für informelle Kontakte/Gespräche.

  • Spiel- und Sportangebote

    Spiel

    Mitmachangebote zum Spaß haben und informelle Kontakte.

  • Poetry Slam / Rap / Performance

    Spiel

    Kreative Beiträge schreiben z.B. auch mit Botschaft an die Politiker*innen.

  • Kaffee gegen Gespräch

    Spiel

    Möglichkeit für niedrigschwellige Gespräche z.B. mit Fragen, die gezogen werden.

  • Popcorn-Aktion

    Spiel

    Kostenloses Popcorn mit Kampagnenbotschaften auf der Tüte verteilen.

  • Gemischte Tüte

    Spiel

    Kostenlos Süßigkeiten mit Kampagnenbotschaften auf der Tüte verteilen.

  • Waffelstand

    Spiel

    Kostenlose Waffeln, um ins Gespräch zu kommen und Informationsmaterial mitzugeben.

  • Roll-Up oder Beachflags

    Sichtbarkeit

    Für Infostände und Veranstaltungen mit Botschaften zum Sichtbarmachen.

  • QR-Code-Aufsteller

    Sichtbarkeit

    Mit Link zur Homepage, Social-Media-Seite oder zur Aktionshomepage.

  • Sticker

    Sichtbarkeit

    Mit Botschaften als Give-aways.

  • Bierdeckel

    Sichtbarkeit

    Bierdeckel mit Fakten oder Botschaften zur OKJA.

  • Lesezeichen

    Sichtbarkeit

    Lesezeichen mit Zitaten oder Fakten zur OKJA als Give-away.

  • Samenpapier herstellen (lassen)

    Sichtbarkeit

    Message z.B. „Jugendarbeit lässt Zukunft wachsen".

  • Mini-Fidget (3D-Druck)

    Sichtbarkeit

    Als Give-away.

  • „Was wäre ohne OKJA?"

    Sichtbarkeit

    Installation im öffentlichen Raum oder der Jugendeinrichtung z.B. mit Absperrband, leeren Stühlen oder Ähnlichem.

  • Domino-Spiel

    Sichtbarkeit

    „Was, wenn Jugendarbeit wegfällt…?" – als spielerische Installation.

  • Social-Media-Liveformat

    Sichtbarkeit

    Reels und Clips für Social Media erstellen, die auch von anderen Jugendeinrichtungen geteilt werden können.

  • „Zukunft braucht Fundamente"

    Sichtbarkeit

    Große Bausteine aus Karton, beschriftet mit Worten z.B. Demokratie, Teilhabe, Integration, Bildung, Prävention, Gesundheit.

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Materialien

Zukunftsauftrag für NRW

Unsere Impulse zur Landtagswahl 2027

Die Offene Kinder- und Jugendarbeit ist ein unverzichtbarer Teil der sozialen Infrastruktur Nordrhein-Westfalens. Wer junge Menschen, Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken will, muss die OKJA stärken. Sie schafft Räume, in denen junge Menschen freiwillig, selbstbestimmt und in Beziehung zu anderen ihre Interessen entdecken, ihre Persönlichkeit entwickeln und demokratische Erfahrungen sammeln können. Gerade in Zeiten gesellschaftlicher Umbrüche, wachsender sozialer Ungleichheit, digitaler Transformation und zunehmender demokratiefeindlicher Tendenzen braucht es diese offenen Räume mehr denn je. OKJA wirkt dort, wo junge Menschen miteinander leben und sich orientieren — im Sozialraum, im Alltag und in ihrer Lebenswelt.

Dieses Papier bündelt zentrale Positionen, politische Forderungen und strategische Argumentationslinien zur Stärkung der Offenen Kinder- und Jugendarbeit in NRW. Es richtet sich an politische Entscheiderinnen, Fachkräfte und Träger und soll dazu beitragen, die Bedeutung der OKJA für Bildung, Beteiligung, Schutz und gesellschaftlichen Zusammenhalt klar sichtbar zu machen und politisch wirksam zu verankern.

OKJA dauerhaft sichern – gemeinsam Verantwortung für starke Strukturen der OKJA tragen

Die Hauptverantwortung für die Finanzierung der Offenen Kinder- und Jugendarbeit liegt bei den Kommunen. Gleichzeitig verfügen viele Städte und Gemeinden – insbesondere finanzschwache Kommunen – nicht über die notwendigen finanziellen Spielräume, um sowohl den laufenden Betrieb als auch den dringend erforderlichen Erhalt und die Modernisierung der Einrichtungen dauerhaft sicherzustellen. Zahlreiche Häuser weisen einen erheblichen Sanierungs-, Modernisierungs- und Barriereabbau-Bedarf auf. Damit Orte der Begegnung, Bildung, Beteiligung und Demokratiebildung für junge Menschen erhalten bleiben, braucht es eine verlässliche Partnerschaft zwischen Land und Kommunen. Das Land muss die kommunale Verantwortung durch dauerhaft wirksame Finanzierungs- und Investitionsinstrumente ergänzen, um gleichwertige Lebensverhältnisse zu fördern, Planungssicherheit zu schaffen und die Offene Kinder- und Jugendarbeit zukunftsfest aufzustellen.

Deshalb fordern wir…

  • Die dauerhafte Stärkung und Dynamisierung des Kinder- und Jugendförderplans des Landes NRW als verlässliches Instrument zur Sicherung von Struktur, Qualität und Innovation,
  • Ein dauerhaftes Landesinvestitionsprogramm für Sanierung, Modernisierung, Digitalisierung, Klimaanpassung und Barrierefreiheit in Einrichtungen der Offenen Kinder- und Jugendarbeit,
  • Gezielte Struktur- und Entlastungsprogramme für finanzschwache Kommunen, um gleichwertige Angebote für junge Menschen in ganz Nordrhein-Westfalen sicherzustellen,
  • Mehrjährige Förderperspektiven statt kurzfristiger Projektförderungen, damit Kommunen und Träger verlässlich planen und Fachkräfte langfristig binden können,
  • Die ausdrückliche Öffnung zusätzlicher Landes- und Bundesinvestitionsprogramme für Einrichtungen der außerschulischen Jugendbildung und der Offenen Kinder- und Jugendarbeit.

Wahlprogramm-Satzbaustein: Wir erhalten die Orte, an denen junge Menschen Gemeinschaft, Bildung und Beteiligung erleben. Deshalb stärken wir die kommunale Handlungsfähigkeit durch einen dauerhaft dynamisierten Kinder- und Jugendförderplan, gezielte Investitionsprogramme für die Infrastruktur der Offenen Kinder- und Jugendarbeit und besondere Unterstützung finanzschwacher Kommunen.

Fachkräfte sichern und stärken

Die Offene Kinder- und Jugendarbeit steht vor einer strukturellen Fachkräftekrise. Die bundesweite Befragung von Voigts und Hallmann zeigt: Unbesetzte Stellen, Fluktuation, befristete Beschäftigung und steigende Anforderungen gefährden die Verlässlichkeit, Reichweite und Qualität der Angebote unmittelbar. Wenn Einrichtungen Öffnungszeiten reduzieren oder pädagogische Beziehungen abbrechen, trifft das vor allem jene jungen Menschen, die auf stabile, freiwillige und niedrigschwellige Zugänge angewiesen sind. Investitionen in Fachkräfte der Jugendarbeit sind Investitionen in den Kinder- und Jugendschutz, die Demokratiebildung, gesellschaftlichen Zusammenhalt und Gesundheitsförderung.

Deshalb fordern wir…

  • Eine landesweite Fachkräfteoffensive für die Kinder- und Jugendarbeit.
  • Verbesserte Rahmenbedingungen durch tarifliche Absicherung, Fortbildungsstrukturen und Fachberatung.
  • Programme zur Gewinnung und Qualifizierung neuer Fachkräfte sowie zur Stärkung des Ehrenamts.

Wahlprogramm-Satzbaustein: Wir investieren in Fachkräfte der Kinder- und Jugendarbeit und sichern Qualität durch gute Arbeitsbedingungen und nachhaltige Personalentwicklung.

Beteiligung und Demokratiebildung ausbauen

OKJA ist ein zentraler Ort gelebter Demokratie. Sie stellt Kinder- und Jugendliche als Expert*innen ihrer Lebenswelt in den Mittelpunkt. OKJA ermöglicht so jungen Menschen Verantwortung zu übernehmen, Mitbestimmung und gesellschaftliche Teilhabe zu erleben, Konflikte auszuhandeln, Vielfalt kennenzulernen, Selbstwirksamkeit zu erfahren, – eine Schlüsselressource in Zeiten zunehmender Polarisierung, die demokratische Resilienz stärkt.

Deshalb fordern wir…

  • Eine ressortübergreifende Strategie zur Kinder- und Jugendbeteiligung in allen Bereichen die Kinder und Jugendliche betreffen
  • Den systematischen Ausbau von Beteiligungsmöglichkeiten und -formaten in der OKJA.
  • Eine stärkere Anerkennung non-formaler politischer Bildung.
  • Förderprogramme für demokratiestärkende Projekte im Alltag der Jugendarbeit.

Wahlprogramm-Satzbaustein: Wir stärken die Offene Kinder- und Jugendarbeit als zentralen Ort demokratischer Bildung und Beteiligung junger Menschen.

Eigenständigkeit der OKJA bewahren – ganzheitliche Bildung ermöglichen

Die Offene Kinder- und Jugendarbeit (OKJA) ist ein eigenständiges professionelles Handlungsfeld der Kinder- und Jugendhilfe mit eigener Fachlichkeit, eigenen Zielen und eigenen Methoden. Sie ist weder ein ergänzendes Betreuungsangebot noch eine Verlängerung von Schule oder Offenem Ganztag, sondern ein besonderer Bildungs- und Beziehungsraum. OKJA ist einer der wenigen Orte, an denen junge Menschen freiwillig demokratische Erfahrungen machen, tragfähige Beziehungen aufbauen und Selbstwirksamkeit im Rahmen ganzheitlicher Bildungsprozesse erleben. Die pädagogische Arbeit wird von hauptamtlichen Fachkräften gemeinsam mit neben- und ehrenamtlich Engagierten gestaltet und eröffnet ganzheitliche Bildungsprozesse, die formale Bildungsangebote sinnvoll ergänzen, aber nicht ersetzen.

Der Ausbau des Ganztags stellt Schule, Jugendhilfe und Kommunen vor neue Anforderungen. Voraussetzung für die Zusammenarbeit von Schule und Jugendhilfe ist jedoch eine klare Rollen- und Aufgabenverteilung. Kooperationen können nur gelingen, wenn die Eigenlogik der Offenen Kinder- und Jugendarbeit respektiert wird und ihre Prinzipien – Freiwilligkeit, Offenheit, Partizipation und Sozialraumorientierung – auch im Ganztag erhalten bleiben. Die Umsetzung des Rechtsanspruchs auf Ganztagsbildung darf deshalb nicht zulasten der OKJA erfolgen oder sie auf Betreuungs-, Vertretungs- oder Randzeitenangebote reduzieren.

Deshalb fordern wir…

  • Die Landesregierung sichert die Eigenständigkeit der Offenen Kinder- und Jugendarbeit in allen Programmen, Erlassen und Förderstrukturen verbindlich ab. Kooperationen im Ganztag müssen die Fachlichkeit der OKJA respektieren, strukturell abgesichert sein und dürfen weder ihre Bildungsaufgabe noch ihre eigenständigen Angebote beeinträchtigen.

Wahlprogramm-Satzbaustein: Die Offene Kinder- und Jugendarbeit wird als eigenständiger Bildungs- und Beziehungsort der Kinder- und Jugendhilfe dauerhaft gestärkt. Kooperationen mit Schule und Ganztag erfolgen auf Augenhöhe, wahren die Eigenständigkeit und Fachlichkeit der OKJA und sichern ihre freiwilligen, ganzheitlichen Bildungsangebote dauerhaft ab.

Vielfalt, Inklusion und Zugangsgerechtigkeit sichern

Die Offene Kinder- und Jugendarbeit erreicht junge Menschen unabhängig von Herkunft, Bildung, sozialem Status oder aufenthaltsrechtlicher Lage. Gerade darin liegt ihre besondere Stärke: Sie ist ein offener, freiwilliger und niedrigschwelliger Ort, an dem Teilhabe als selbstverständlicher Anspruch junger Menschen ernst genommen wird und pädagogische Fachkräfte Macht reflektieren, teilen und Beteiligung aktiv eröffnen. Diese Stärke muss politisch gestützt und fachlich weiterentwickelt werden, damit OKJA auch künftig ein Raum bleibt, in dem sich alle jungen Menschen willkommen, gesehen und ernst genommen fühlen.

Deshalb fordern wir…

  • Den Abbau struktureller Barrieren, die Zugänge erschweren, und eine konsequente Weiterentwicklung inklusiver Rahmenbedingungen.
  • Die gezielte Stärkung benachteiligter Sozialräume, damit dort, wo Unterstützungsbedarf besonders hoch ist, verlässliche Angebote bestehen bleiben.
  • Eine diversitätssensible, diskriminierungskritische und adultismuskritische Praxis als fachlichen Standard der OKJA.

Wahlprogramm-Satzbaustein: Wir stärken die Offene Kinder- und Jugendarbeit als inklusiven Ort für alle jungen Menschen und fördern Chancengerechtigkeit im Sozialraum.

Digitale Lebenswelten gestalten

Digitale Räume sind zentrale Lebensorte junger Menschen. OKJA muss in die Lage versetzt werden, diese aktiv pädagogisch zu begleiten und zu gestalten.

Deshalb fordern wir…

  • Eine nachhaltige digitale Infrastruktur für Einrichtungen der OKJA.
  • Qualifizierung von Fachkräften im Bereich Medienpädagogik.
  • Förderprogramme für digitale und hybride Angebotsformate.

Wahlprogramm-Satzbaustein: Wir stärken die Offene Kinder- und Jugendarbeit als Akteurin in digitalen Lebenswelten und fördern Medienbildung nachhaltig.

Psychische Gesundheit und das Recht auf Gewaltfreiheit junger Menschen stärken

Psychische Belastungen junger Menschen haben in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Gleichzeitig erleben viele Kinder und Jugendliche unterschiedliche Formen von Gewalt – körperlich, psychisch, sexualisiert oder digital. Die Offene Kinder- und Jugendarbeit (OKJA) bietet jungen Menschen niedrigschwellige, freiwillige und vertrauensvolle Orte, an denen sie Beziehungen aufbauen, Zugehörigkeit erleben und Unterstützung finden können. Gerade weil die Teilnahme freiwillig ist und keine Leistungsbewertung erfolgt, entstehen in der OKJA häufig tragfähige Beziehungen, die es jungen Menschen ermöglichen, Belastungen anzusprechen und frühzeitig Hilfe anzunehmen.

Die Fachkräfte der OKJA leisten einen wichtigen Beitrag zur Stärkung von Resilienz sowie zum Schutz vor Gewalt. Sie schaffen sichere Räume, fördern soziale Kompetenzen, Konfliktfähigkeit und Selbstwirksamkeit und begleiten junge Menschen bei der Bewältigung persönlicher Krisen. Im Rahmen ihres Schutzauftrags nach dem SGB VIII erkennen sie Gefährdungslagen frühzeitig, vermitteln bei Bedarf in weiterführende Hilfesysteme und arbeiten eng mit anderen Akteur*innen der Kinder- und Jugendhilfe zusammen. Die OKJA ersetzt dabei keine therapeutischen oder spezialisierten Hilfen, sie ist jedoch häufig der erste Ort, an dem junge Menschen Vertrauen fassen und Unterstützung erhalten.

Um diese wichtige Funktion dauerhaft wahrnehmen zu können, braucht die OKJA verlässliche Rahmenbedingungen, ausreichend qualifizierte Fachkräfte sowie eine landesweite Stärkung von Prävention, Kinderschutz und psychischer Gesundheit als Querschnittsaufgabe der Kinder- und Jugendhilfe.

Deshalb fordern wir…

  • Die Finanzierung der OKJA wird so ausgestaltet, dass ausreichend Zeit für Beziehungsarbeit, Prävention, Krisenbegleitung und Kooperation mit Beratungs- und Hilfesystemen zur Verfügung steht.
  • Fachkräfte der OKJA erhalten einen flächendeckenden Zugang zu Fort- und Weiterbildungen in den Bereichen psychische Gesundheit, Trauma, Gewaltprävention, Kinderschutz und Krisenintervention.
  • OKJA wird bei der Weiterentwicklung Kommunale Präventions- und Kinderschutznetzwerke mitgedacht, um jungen Menschen schnelle und niedrigschwellige Unterstützungswege zu eröffnen.
  • Das Recht junger Menschen auf ein gewaltfreies Aufwachsen wird durch den Ausbau niedrigschwelliger Schutz-, Beratungs- und Beteiligungsangebote konsequent umgesetzt.

Wahlprogramm-Satzbaustein: Wir stärken die Offene Kinder- und Jugendarbeit als verlässlichen Bildungs-, Schutz- und Beziehungsort für junge Menschen. Durch ausreichende Finanzierung, qualifizierte Fachkräfte und verbindliche Präventions- und Kinderschutzstrukturen fördern wir psychische Gesundheit, stärken Resilienz und setzen das Recht aller jungen Menschen auf ein gewaltfreies Aufwachsen konsequent um.